EU baut KI-Unabhängigkeit auf: eigene Modelle statt China, mehr Rechenleistung 🤖🇪🇺

Chinesische KI-Modelle gewinnen in Deutschland und Europa rasant an Bedeutung: Auf der Entwicklerplattform OpenRouter nutzen Europäer sie inzwischen stärker als US-Modelle, in Deutschland liegt der Anteil bei 61 Prozent und in der EU stieg er innerhalb eines halben Jahres von rund 15 auf 58 Prozent. FDP-Bundesvorstandsmitglied und KI-Unternehmerin Nicole Büttner warnt in der Schwäbischen Zeitung davor, bei KI alte Abhängigkeiten zu wiederholen: Schon bei Rohstoffen, Medikamentenvorprodukten und Chips habe Deutschland sich aus Bequemlichkeit von einzelnen Anbietern abhängig gemacht, chinesische Produkte seien billig und gut verfügbar, während schlechte Standortbedingungen den Aufbau eigener Alternativen erschwerten. Am Beispiel Seltener Erden zeigt sich, wie schnell Abhängigkeit entsteht, wenn ein Vorprodukt günstig funktioniert, aber im Ernstfall fehlt; China kontrolliert rund 90 Prozent der Verarbeitung, und ähnliche Engpässe drohen nach Zulasen bei Nexperia-Chips. KI verschärfe dieses Muster, weil Modelle zu einer grundlegenden Infrastruktur werden können; Open-Weight-Modelle böten keine verlässliche Sicherheit, Updates könnten künftig verweigert werden. Europa dürfe nicht abschotten, Start-ups und Mittelstand verschaffen sich dank chinesischer Modelle schnelle KI-Einsetzmöglichkeiten, Risiken müssten benannt und eigene Alternativen entwickelt werden. China nutze dominierend heimische Modelle (etwa 95 Prozent), Auslandslösungen wie ChatGPT seien kaum verfügbar, weshalb Europa diese Asymmetrie beachten müsse. Büttners Vorschlag: Europa brauche bessere Bedingungen für eigene KI-Unternehmen – bezahlbare Rechenleistung, besseren Zugang zu Trainingsdaten, mehr privates Kapital und klare Regeln fürs Training –, damit Europa das Talent in erfolgreiche, hier verankerte KI-Unternehmen umsetzen könne. Unabhängigkeit beginne damit, dass man hier erfolgreich sein könne.

Die Debatte macht deutlich, dass Abhängigkeiten bei KI-Infrastruktur die Freiheit und die wirtschaftliche Dynamik Europas bedrohen. Ein liberaler Ansatz verlangt Wettbewerb statt staatlicher Zentralisierung: klare Regeln, Datenschutz, Transparenz beim Training und Rechtsklarheit, damit Innovation nicht durch Unsicherheit ausgebremst wird. Europa braucht gezielte, marktorientierte Unterstützung, damit hier ansässige KI-Unternehmen wachsen können: bezahlbare Rechenleistung, besserer Zugang zu Trainingsdaten unter fairen Datenschutz- und Urheberrechtsregeln, mehr privates Kapital und verlässliche Standards fürs Training. Öffentliche Mittel sollten dort wirken, wo sie Marktdynamik stärken und Abhängigkeiten vermeiden, nicht dort, wo Substitution durch Bürokratie entsteht. Die beobachtete Asymmetrie – China nutzt vor allem eigene Modelle, Europas Startups müssen gegenwärtige Alternativen entwickeln – zeigt, dass Diversifikation, Offenheit und faire Wettbewerbsbedingungen entscheidend sind. Unabhängigkeit beginnt damit, dass Europa hier erfolgreich ist.

Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.fdp.de/ki-aus-china-bequemlichkeit-hat-ihren-preis