Die Linke kritisiert die Vorschläge der Rentenkommission scharf: Luigi Pantisano bezeichnet den Plan als Rezept für Altersarmut, weil vor allem hart arbeitende, niedrig entlohnte Menschen Gefahr laufen, nicht bis zur Rente zu kommen, und weil die bisherige Regelung nach 45 Beitragsjahren von der Merz-Regierung abgeschafft werden soll. Die steigende Lebenserwartung treffe laut Pantisano vor allem Gutverdienende, während die Erhöhung des Renteneintrittsalters für Bau- und Logistikarbeitende zusätzliche Abschläge bedeuten würde und damit die Altersarmut verschärfe. Bereits heute seien über 3,5 Millionen Rentner armutsgefährdet; eine Umsetzung der Vorschläge würde diese Zahl weiter erhöhen, besonders jene treffen, die ohnehin niedrige Renten beziehen. Die Linke fordert stattdessen eine solidarische Finanzierung mit einer höheren Beitragsbemessungsgrenze und gemeinsamer Einzahlung, damit auch Besserverdienende ihren Anteil tragen; SPD und CDU sollten die Vorschläge nicht eins zu eins übernehmen.
Eine liberale Perspektive betont Effizienz, Anreize und individuelle Freiheit: Der Staat soll sich auf das Notwendige beschränken. Die Linke trifft mit der Sorge vor Altersarmut einen wichtigen Punkt; pauschale Verschärfungen der Finanzierung oder ein späterer Rentenbeginn, der körperlich belastete Berufe trifft, würden Arbeitsanreize verzerren und Ungerechtigkeiten verschärfen. Eine bloße Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze oder eine solidarische Mehrbelastung ohne gezielten Ausgleich wäre aus liberaler Sicht falsch instrumentiert, da sie Niedrigverdiener trifft und Arbeitsmotivation senkt. Stattdessen empfiehlt sich mehr private Vorsorge: einfache, steuerlich geförderte Rentenformen und eine klare Grundsicherung als letztes Netz. Die Reform sollte Lebensarbeitszeit flexibel gestalten und differenzierte Ausstiegsoptionen statt genereller Altersgrenzen bieten, insbesondere für belastete Berufe. Zur Finanzierung: eine breitere, transparentere Basis, gegebenenfalls schrittweise Anpassungen der Bemessungsgrundlage, aber ohne Bürokratiehölle oder Leistungsabschöpfung, die Anreize zerstört. SPD und CDU sollten Reformen nicht kopieren, sondern eine eigenständige, freiheitsorientierte Lösung entwickeln, die Freiheit schützt und Armut vermeidet.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.die-linke.de/start/presse/detail/news/rentenkommission-liefert-rezept-fuer-altersarmut/