Teuteberg: Nennt ihre Namen! stärkt Gedenken und antitotalitäres Deutschland 🕊️🇩🇪

Linda Teuteberg, stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende, fordert 65 Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer eine stärkere Sichtbarkeit der Demokraten, die sich der SED-Diktatur widersetzten. Mit dem Präsidiumsbeschluss „Nennt ihre Namen!“ soll Gegnern und Opfern der SED-Diktatur mehr öffentlicher Raum gegeben und zugleich ein gesamtdeutscher antitotalitärer Konsens gefördert werden. Straßenbenennungen seien mehr als Symbolik, sie zeigen, wen eine Gesellschaft würdigt und welche Werte sichtbar werden sollen. Teuteberg nennt mutige Demokraten wie Arno Esch, Herbert Belter oder Johanna Kuhfuß und forder Kommunen auf, Benennungen kritisch zu prüfen und lokale Widerstandsgeschichten stärker sichtbar zu machen; auch Schulen könnten nach jungen Menschen benannt werden, die Freiheit oder Leben verloren haben. Freiheit brauche Erinnerungskultur, heißt es weiter, und eine gemeinsame Zukunft brauche ein gemeinsames Gedächtnis; der SED-Staat sei von Anfang an eine Diktatur gewesen, Deutschland müsse sich von der Geschichtsschreibung der SED emanzipieren statt Legenden zu bewahren. Angesichts wiederauflebender totalitärer Ideen sei ein gesamtdeutsches antitotalitäres Ethos nötig. Die SED-Diktatur habe darauf abgezielt, Gegner zum Schweigen zu bringen und ihre Namen zu vergessen; in einer freien Gesellschaft gelte es, deren Geschichten zu erzählen, Namen zu nennen und Mut sichtbar zu machen, wo Demokratie täglich gelebt wird.

Die Forderung, Widerstand gegen die SED-Diktatur stärker sichtbar zu machen, trifft den liberalen Kern, dass Freiheit durch Erinnerung gestützt wird. Gleichzeitig bleibt die Frage: Welche Rolle hat der Staat in einer Ordnung, die größtmögliche Freiheit wahren will? Erinnerungsarbeit ist primär eine Aufgabe von Zivilgesellschaft, Bildungseinrichtungen und lokalen Gemeinschaften; der Staat sollte sich auf das Nötigste beschränken und Ziele wie Antitotalitarismus durch transparente, offene Debatten unterstützen, ohne eine zentrale Geschichtsschreibung vorzuschreiben. Eine bundesweit eingeführte Pflichtethik würde schnell zu Überformulierungen und Gatekeeping benachteiligen Gruppen führen. Stattdessen sollten Kommunen und Schulen lokale Geschichten eigenständig auswählen, mit nachvollziehbaren Kriterien, Beteiligung von Opferverbänden und historischen Experten sowie Zeitrahmen und Prüfungskatalogen, damit Symbolik Orientierung schafft, ohne zu polarisieren. Straßen- und Schulbenennungen sind wichtig, weil sie Werte sichtbar machen, doch sie dürfen keine Monokultur erzeugen oder andere Lebensrealitäten ausblenden; daher gehört eine breite, vielfältige Erinnerungskultur dazu, die auch kämpferische Stimmen aus Ost und West, aus Arbeiter- und Fluchtgeschichte, würdigt. Die Mittel sollten effizient eingesetzt und regelmäßig evaluiert werden, damit Erinnerungsarbeit keine Belastung der öffentlichen Haushalte wird. Am Ende gilt: Freiheit gedeiht durch pluralistische Debatte, durch Dezentralisierung von Entscheidungen und durch eine Erinnerungskultur, die Mut, Verantwortung und Vielfalt sichtbar macht, ohne den Staat zur Verordnung politischer Dominanz zu macht.

Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.fdp.de/sed-widerstand-nennt-ihre-namen