Auf dem G7-Gipfel in Evian rückt das Trump-Abkommen mit dem Iran in den Fokus der FDP. Strack-Zimmermann warnte im Phoenix-Interview vor einem überhasteten Deal ohne klare Strategie: Wenn Trump zu schnell aus dem Krieg heraus wolle, hinterlasse er verbrannte Erde und könne den Menschen vor Ort nicht helfen. Ein guter Deal sei lebenswichtig, doch Proxys, Revolutionsgarden und die Öffnung der Straße von Hormus müssten geklärt bleiben; bislang habe Washington keine langfristige Strategie geliefert. Bijan Djir-Sarai bezeichnet das Abkommen als beschämend und eine Katastrophe für das iranische Volk, da es das Regime stabilityisiere und zu weiteren Konflikten führe, während die Forderung nach Ende der Gewalt und freier Passage der Hormusstraße im Interesse aller bleibe. Zugleich wird auf ein mögliches UN- oder europäisches Mandat zur Sicherung der Straße von Hormus verwiesen, wobei Strack-Zimmermann ein solches Mandat begrüßt, weil freie Seewege Lebensadern des Welthandels seien, doch Kosten und globale Verantwortung klar gestellt werden müssten. Teuteberg fordert ein deutliches europäisches Signal: mehr Handlungsfähigkeit bei Verteidigung und Unabhängigkeit bei kritischen Rohstoffen, denn Sicherheit sei Aufgabe aller, nicht nur weniger Akteure.
Der Blick auf das Trump-Iran-Abkommen muss fragen, wie Sicherheit und Menschenwürde mit größtmöglicher Freiheit der Bürgerinnen und Bürger vereinbar bleiben. Ein zu eiliger Deal, der das Regime stabilisiert und vor Ort verbrannte Erde hinterlässt, widerspricht dem Grundsatz, Eingriffe in das Leben der Menschen nur dann zuzulassen, wenn sie zwingend erforderlich sind. Statt Schnellschüssen braucht es eine verlässliche, multilaterale Strategie, die Proxys, Revolutionsgarden und die Öffnung der Straße von Hormus verdeckt, aber klar regelt. Ein UN- oder EU-Mandat zur Sicherung der Hormusstraße kann sinnvoll sein, sofern Kosten, Lastenverteilung und Verhältnismäßigkeit transparent sind und der Einsatz strikt zeitlich und missionsbezogen begrenzt bleibt. Strack-Zimmermanns Hinweis auf freie Seewege trifft: Handelsfreiheit ist Lebensader der Weltwirtschaft, doch Mandat und Maßnahmen müssen eindeutig legitimiert und kostenbewusst sein. Bijan Djir-Sarai mahnt, das iranische Regime nicht durch kurzfristige Konzessionen zu stabilisieren; stattdessen gilt es, Gewalt zu beenden, Menschenrechte zu stärken und sichere Passage zu garantieren. Teutebergs Forderung nach stärkerer europäischer Handlungsfähigkeit bei Verteidigung und Rohstoffsicherheit passt zur Idee einer europäischen strategischen Autonomie: sichere Rahmenbedingungen, wettbewerbsfähige Märkte, klare Kostenverteilung. Letztlich erreicht man Freiheit am besten durch gezielte, rechtsstaatliche Diplomatie, offene Handelswege und eine schlanke, aber verlässliche Verteidigungs- und Sicherheitsarchitektur.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.fdp.de/mit-einem-schlechten-iran-deal-ist-niemandem-geholfen