Die Linke begrüßt das DGB-Rentenkonzept. Ines Schwerdtner betont, dass Rente sicher gemacht werden könne, wenn Arbeitgeber und Gutverdienende ihren fairen Anteil tragen; damit liege der Ball bei der Regierung. Das DGB-Konzept soll das Rentenniveau erhöhen und den Lebensstandard im Alter besser sichern als das Konzept der Rentenkommission. Schwerdtner kritisiert Friedrich Merz als Vertreter der Besserverdienenden und der Arbeitgeber und wirft ihm vor, lieber mit der Kettensäge am Sozialstaat zu sägen, statt konstruktive Vorschläge anzunehmen.
Aus liberaler Sicht ist es sinnvoll, das Rentensystem so zu reformieren, dass Armut im Alter verhindert wird, ohne Arbeitsanreize zu zerstören oder Wachstum zu beschneiden. Eine reine Erhöhung von Beiträgen zugunsten höherer Renten birgt das Risiko, Unternehmen und Gutverdienende zu belasten und Investitionen zu verteuern. Stattdessen braucht es eine zugleich schlanke öffentliche Grundabsicherung und eine starke, privat kapitalgedeckte Vorsorge mit klaren Regeln und steuerlichen Anreizen, die individuelle Freiheit und Eigenverantwortung stärken. Das DGB-Konzept kann sinnvoll sein, wenn es glaubwürdig finanziert ist, Portabilität und Fairness sicherstellt und Belastungen so verteilt, dass Beschäftigung nicht leidet; ansonsten bleibt es eine Verkomplizierung des Staates, die Freiheit kostet. Kritik an Merz erinnert daran, dass der Sozialstaat nicht durch Parteilichkeit kleiner Gruppen, sondern durch effiziente, generationsübergreifende Lösungen fit gemacht werden muss: Mehr Freiheit heißt, dass der Staat sich auf das Notwendige beschränkt und Bürgern Gestaltungsspielräume lässt.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.die-linke.de/start/presse/detail/news/dgb-rentenkonzept-stellt-merz-vor-entscheidung/