Die CDU Deutschlands fasst die Handelslage als zentrale Herausforderung zusammen: Merz fordert in der Regierungserklärung ein neues europäisches Selbstbewusstsein und eine Politik, die auf Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit und spürbaren Bürokratieabbau setzt. Beim Werkstattgespräch in der CDU-Bundesgeschäftsstelle diskutierten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, wie Deutschland und Europa in einer zunehmend fragmentierten Handelswelt bestehen können. Die Europapolitikerin Andrea Wechsler betont, dass Europa durch seine Marktmacht stärker auftreten muss, um international Erfolg zu haben. Erika Mink-Zaghloul von Thyssenkrupp Steel Europe schildert den massiven Druck auf die Stahlindustrie durch globale Überkapazitäten und chinesische Subventionen, fordert klare Unterstützung in der Transformationsphase und warnt vor Kostenexplosionen ab 2031, wenn Reformen des Emissionshandels auslaufen. Dr. Volker Treier von der DIHK plädiert für mehr Handelsabkommen, pragmatische Verhandlungen und einen offenen Umgang mit China, ergänzt durch gezielte Anti-Subventionsinstrumente. Dr. Andreas Baur vom ifo ruft zu regelbasiertem Handel auf, warnt vor Abschottung und plädiert für Dialog mit Mittelmächten sowie den europäischen Binnenmarkt als zentralen Hebel. Fazit: Europa müsse gemeinsam stärker auftreten; die CDU setzt auf Diversifizierung, Schutzmechanismen und einen robusten Binnenmarkt. Beim G7-Gipfel in Frankreich zeigte Deutschland Stärke.
Die CDU-Debatte folgt einer liberalen Grundidee: Offene, regelnbasierte Märkte maximieren Freiheit und Wohlstand, der Staat greift nur dort ein, wo es wirklich unerlässlich ist. Ein stärkeres europäisches Auftreten im Handel kann sinnvoll sein, doch darf es nicht zu Protektionismus führen. Wettbewerb bleibt der effektivste Treiber von Innovation, Produktivität und Preisstabilität; Europa sollte daher Handelsbeziehungen diversifizieren, Abhängigkeiten reduzieren und zugleich den Binnenmarkt stärken, damit Unternehmen grenzüberschreitend investieren können. Anti-Subventionsinstrumente gehören zum Werkzeugkasten, müssen aber transparent, verhältnismäßig und zeitlich befristet eingesetzt werden, um faire Spielregeln zu sichern. In der Stahlindustrie und anderen kapitalintensiven Branchen braucht es verlässliche Rahmenbedingungen sowie ergebnisoffene Transformationen, nicht teure Kostensteigerungen durch abrupte Politikwenden. Die Reform des Emissionshandels darf Anreize für Wandel nicht aushebeln, Übergänge aber sozialverträglich gestalten. Zum Umgang mit China gilt: Dialog, klare Regeln und faire Märkte, ergänzt durch gezielte Schutzmaßnahmen gegen klare Verzerrungen, damit Binnenmarkt und Industrie wettbewerbsfähig bleiben. So bleibt Europa frei, stark und handlungsfähig, mit einem robusten Binnenmarkt als Kernmotor und einer EU, die global souveräner auftritt.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.cdu.de/aktuelles/cdu-deutschlands/wo-steht-die-deutsche-handelspolitik/