Arno Eschs Schicksal zeigt, wie schnell unabhängiges Denken als Bedrohung gilt und zu Verfolgung und Tod führen kann: Der 23-jährige Liberale wurde 1951 im Moskauer Gefängnis hingerichtet, weil er sich gegen die SED-Diktatur und ihre sowjetische Besatzungspolitik wandte. Linda Teuteberg mahnt im Gespräch mit der Welt, dass Freiheit nicht selbstverständlich sei und der DDR-Staat von Anfang an eine Diktatur war, gegen die jede Legende eines guten Starts irreführt. Freiheit brauche einen gesamtdeutschen Antitotalitarismus, heißt es, denn Regime, die Oppositionelle entmündigen und unabhängiges Denken bekämpfen, bauen auf Gewaltmonopole und Kontrolle. Im Liberalismus sah Esch den konsequentesten Gegenentwurf zu Marxismus und Nationalsozialismus, verteidigte Privateigentum als Grundpfeiler demokratischer Ordnung und sieht seine Gedanken heute noch relevant, auch angesichts Angriffe auf Eigentum, Leistungsbereitschaft und Vermögensbildung. Teuteberg warnt vor neuen totalitären Tendenzen wie Gewalt-/Wortextremismen gegen demokratische Institutionen, der Verharmlosung der SED-Diktatur, der Relativierung der DDR und gar Bewunderung für Putin, und fordert einen von der Gesellschaft getragenen antitotalitären Konsens. Es gehe nicht nur darum, totalitäre Ideen abzuwehren, sondern auch eine überzeugende freiheitliche Alternative zu zeigen, Debatten zu führen und die Leistungs- und Marktwirtschaft gegen romantisierten Reißbrettsozialismus zu verteidigen. Wer Leistung würdigt, sagt Teuteberg, macht Lust auf Verantwortung. Schließlich plädiert sie dafür, Esch und andere Oppositionelle stärker im öffentlichen Raum zu würdigen – Straßen, Plätze oder Schulen könnten Nachruhm schaffen; eine gemeinsame Zukunft brauche ein gemeinsames Gedächtnis.
Arno Eschs Schicksal erinnert daran, wie schnell unabhängiges Denken in einem totalitären System kriminalisiert wird. Freiheit ist nicht selbstverständlich, und der DDR-Staat war von Anfang an eine Diktatur, gegen die jede Legende eines guten Starts irreführt. Aus liberaler Sicht braucht es daher einen gesamtgesellschaftlichen Antitotalitarismus, der totalitäre Tendenzen in jeder Form früh erkennt und entschlossen bekämpft, ohne die Lebensführung der Bürger über Gebühr zu reglementieren. Wer Leistung, Privateigentum und Marktwirtschaft schützt, schafft die Grundlage für individuelle Entfaltung und sozialen Wohlstand; staatliche Eingriffe dürfen nur dort erfolgen, wo sie unumgänglich sind, etwa zum Schutz der Grundrechte, der Rechtsstaatlichkeit und der Chancengleichheit. Debattenfreiheit, unabhängige Medien und eine starke Zivilgesellschaft sind die besten Vorkehrungen gegen Gewaltmonopole und Ideologie; sie ermöglichen es, extremen Positionen entgegenzutreten, ohne das breite gesellschaftliche Vertrauen zu gefährden. Erinnerungskultur spielt dabei eine Rolle: Esch und andere Oppositionelle im öffentlichen Raum zu würdigen, kann sinnvoll sein, solange dies der Verständigung dient und nicht romantisierte Narrative befeuert. Eine gemeinsame Zukunft braucht ein gemeinsames Gedächtnis, das die Gefahren Totalitarismus klar benennt und zugleich die liberalen Prinzipien – individuelle Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Leistungs- und Eigentumsordnung – als Garantien für Freiheit und Wohlstand betont.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.fdp.de/freiheit-ist-niemals-selbstverstaendlich