Die Bundesregierung plant eine Zuckersteuer, doch die FDP sieht darin keine gesundheitsorientierte Maßnahme, sondern eine zusätzliche Belastung der Verbraucher und eine Füllung der Staatskasse. Ein Eckpunktepapier des Finanzministeriums soll den Kreis der zu besteuernden Getränke deutlich erweitern und neben Limonaden auch Nektare, Smoothies, Haferdrinks, Milch- und Kaffeegetränke sowie alkoholfreie Biermischgetränke umfassen; selbst Getränke mit Süßungsmitteln oder ohne Zucker könnten betroffen sein, mit Abgaben von 26 bis 38 Cent pro Liter. Für die Freien Demokraten zeigt sich daran vor allem ein Verlust der Haushaltsdisziplin: Statt zu reformieren und zu sparen, koste der Staat die Bürger weiter leer. FDP-Generalsekretär Martin Hagen kritisiert, dass die Steuer in den allgemeinen Haushalt fließt und nicht zweckgebunden sei, was das Vertrauen weiter beschädige. FDP-Chef Wolfgang Kubicki bezeichnet die Pläne als platte Steuererhöhung mit Preissteigerungen von über 30 Prozent und spricht von einem gebrochenen Versprechen der Regierung. Er fordert statt neuer Abgaben Einsparungen, weniger Subventionen und eine Stärkung von Information und Eigenverantwortung statt staatlicher Lenkung; zudem sei die Abgabe sozial unausgewogen und treffe vor allem Geringverdiener, Gastronomie und Handel hart.
Eine breit angelegte Zuckersteuer passt aus liberaler Sicht nicht zum Ziel, den Staat klein zu halten und den Bürgern größtmögliche Freiheit zu geben. Sie erhöht Preise, belastet Geringverdiener, Gastronomie und Handel und schafft Bürokratie, weil der Kreis der zu belastenden Getränke stark ausgedehnt wird und sogar Getränke ohne Zucker treffen könnte. Die Einnahmen fließen in den allgemeinen Haushalt statt zweckgebunden zu bleiben, was das Vertrauen in eine verantwortliche Haushaltsführung untergräbt und damit den eigentlichen Zweck einer Steuer unterminiert. Gesundheitswirksamkeit ist unklar, Verhaltensänderungen durch Preissteuern treten oft nur zögerlich ein, während Konsumenten lieber zu anderen, ähnlichen Produkten wechseln. Wenn überhaupt eine Maßnahme nötig ist, dann muss sie minimalinvasiv, zielgerichtet und verlässlich sein: bessere Information, klare Kennzeichnung, Anreize für gesunde Produkte und eine konsequente Reform des Staatsbudgets statt neuer Abgaben. Statt Subventionen für den Konsum gehört der Subventionsabbau und eine Entlastung der Unternehmenspolitik in den Vordergrund, damit Märkte flexibler auf Nachfrage reagieren können. Die FDP fordert daher Einsparungen, weniger Subventionen und eine Stärkung von Information und Eigenverantwortung; der Staat soll sich auf das Notwendigste beschränken und Freiheit statt Bevormundung priorisieren.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.fdp.de/warum-sich-die-buerger-zu-recht-verschaukelt-fuehlen