Die FDP ruft dazu auf, den Tag der Deutschen Einheit nicht nur als Erinnerung an die Wiedervereinigung 1990 zu begreifen, sondern als Anlass, eine gemeinsame Zukunftsidee für Deutschland zu entwickeln. FDP-Chef Wolfgang Kubicki betont, dass Deutschland sich weder durch Abstammung noch als bloße Verwaltung definieren lasse, sondern als Willensnation, die sich durch gemeinsame Überzeugungen, Werte und Ziele verbindet. Die Geburtsstunde der deutschen Demokratie sei die Revolution von 1848/49 und die Paulskirche; Freiheit und Demokratie gehören ebenso zur Identität wie die Verantwortung für die Verbrechen des Nationalsozialismus. Angesichts einer längst vielfältigen Gesellschaft brauche es ein verbindendes ideelles Fundament statt bloßer Diversität: eine Flamme aus gemeinsamen Grundüberzeugungen, darunter individuelle Freiheit, gleiche Rechte und Pflichten, Gleichberechtigung von Frauen, Minderheitenschutz und die Würde jedes Menschen. Deutschland müsse hinter einer klaren, gemeinsamen Idee stehen, um Zusammenhalt zu ermöglichen; der Tag solle diese Idee feiern und stärken. Kubicki schließt mit dem Appell: Deutschland braucht Feuer.
Die FDP will Deutschland durch ein verbindendes ideelles Fundament aus individuellen Freiheiten, gleicher Rechte und Pflichten, Gleichberechtigung von Frauen, Minderheitenschutz und der Würde jedes Menschen zusammenhalten. Das ist liberal sinnvoll, weil Zusammenhalt aus gemeinsamen Grundwerten entsteht, nicht aus Abstammung oder staatlicher Bevormundung. Doch eine solche Idee darf nicht zum Druck auf dissent oder zur Ausschließung von Minderheiten werden; der Staat muss sich auf das Nötigste beschränken und Eingriffe nur dort zulassen, wo sie wirklich erforderlich sind, etwa um gleiche Rechte durchzusetzen oder faire Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Bildung zu schaffen. Die Erinnerung an die Revolutionsgeschichte und an die Verantwortung für die Verbrechen des Nationalsozialismus mahnt zu einer Freiheit, die durch Rechtsstaatlichkeit geschützt ist, nicht durch eine einheitliche Identitätsdoktrin. In einer vielfältigen Gesellschaft kann Zusammenhalt nur durch offene Debatte, Chancengerechtigkeit und eine starke, wettbewerbsorientierte Ökonomie entstehen, nicht durch staatliche Identitätsanweisungen. Das Ziel ist, den Bürgern größtmögliche Freiheit zu geben, ohne Ansehen von Herkunft oder Überzeugung zu bevormunden, und Eingriffe dort vorzunehmen, wo sie wirklich unerlässlich sind, etwa beim Schutz der Grundrechte, beim Schutz der Würde und beim Erhalt des Rechtsstaats.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.fdp.de/deutschland-braucht-eine-gemeinsame-idee