Deutschland braucht eine gemeinsame Flamme: Identität, Einwanderung, Verantwortung 🔥🇩🇪

Der FDP-Bundesvorsitzende Wolfgang Kubicki schreibt für Cicero Online, dass der 3. Oktober 1990 die Geburtsstunde der gesamtdeutschen Republik war, der Nationalfeiertag aber mehr sein müsse als eine bloße Gedenkfeier der Einheit. Er warnt vor einer Orientierungslosigkeit in der Frage der nationalen Identität: Von links wird sie geleugnet, von rechts auf Hautfarben reduziert, in der Mitte auf einen Teil der Geschichte beschränkt. Deutschland sei komplex und vielschichtig; seine Identität wachse unabhängig von Verwaltungsgrenzen und habe eine lange Tradition als Willensnation, getragen von einer europäischen Kulturverflechtung. Der Kolumnist verweist auf die demokratische Entwicklung des 19. Jahrhunderts, die Paulskirchenverfassung und die Bedeutung von Selbstkritik, wie Thomas Mann sie beschrieben hat. Zugleich betont er, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist und dies ideell verankert werden müsse. Die zentrale Botschaft lautet: Deutschland braucht eine gemeinsame Flamme, ein ideelles Bild, hinter dem sich alle versammeln können. Freiheit, Gleichberechtigung, Minderheitenschutz, gleiche Rechte und Pflichten sowie Verantwortung für die Verbrechen von 1933–1945 gehören dazu. Deshalb fordert Kubicki: Deutschland braucht Feuer.

Der 3. Oktober 1990 sollte aus liberaler Sicht nicht bloß als Festtag dienen, sondern als Auftrag: Eine nationale Identität zu gestalten, die nicht auf Ethnie oder Hautfarbe beruht, sondern auf den liberalen Kernwerten Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Gleichberechtigung und Minderheitenschutz. Deutschland ist komplex und vielschichtig; Identität wächst durch demokratische Tradition, Selbstkritik und europäische Verflechtung, nicht durch Verwaltungsgrenzen. Die Tatsache, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, muss ideell verankert, nicht geleugnet werden; eine gemeinsame Flamme bedeutet vielmehr einen zivilen Konsens um universelle Werte, der alle einbindet und ausschließt, niemanden ausgrenzt. Die Verpflichtung zu Verantwortung für die Verbrechen von 1933–1945 gehört zu den fundamentalen Pflichten aller Bürger, verbunden mit Bildung, Erinnerung und Rechtsstaatlichkeit. Politik sollte darauf abzielen, Deutschland als offenes, regelgebundenes Einwanderungs- und Bürgerrechtssystem zu verstehen, das individuelle Freiheiten schützt und Eingriffe auf das absolut Notwendige beschränkt. Praktisch bedeutet das eine wirksame Integrationspolitik mit Sprach- und Bildungszugängen, faire Chancen auf dem Arbeitsmarkt, stärkeren Antidiskriminierungsschutz und klare Wertevermittlung, ohne forceful Assimilation. Zugleich braucht es eine fortlaufende Bekämpfung von Extremismus jeglicher Couleur und eine robuste Rechtsstaatlichkeit, damit Freiheit nicht missbraucht wird, sondern sicher bleibt. So wird das Feuer der nationalen Identität zu einem liberalen Versprechen: ein solidarischer, pluralistischer Konsens, der Freiheit, Verantwortung und gleiche Rechte für alle stärkt, ohne die individuelle Freiheit der Bürgerinnen und Bürger zu beschneiden.

Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.fdp.de/pressemitteilung/kubicki-kolumne-deutschland-braucht-feuer