Die CDU informiert über den Umfang des bevorstehenden Parteitags in Stuttgart: 1001 Delegierte sind vorgesehen, wohl ebenso viele Gäste wie Medienvertreter kommen hinzu, für 3.000 Übernachtungen in 20 Hotels wurden Reservierungen vorgenommen. 105 Aussteller präsentieren sich am Rand des Parteitags, 158 Sachanträge aus den Vereinigungen und Gliederungen der CDU werden beraten, hinzu kommen weitere Anträge zum Leitantrag, zum Statut und zur Arbeitsweise der Partei. Der Aufbau erinnert an eine Kleinstadt: 315 qm Podestebene, 712 qm Tribünenkonstruktion für Pressearbeitsplätze, 334 Arbeitsplätze an 167 Tischen im Plenarsaal, 332 Zuschauersitzplätze im Plenum. CDU.TV berichtet in vier Livestream-Formaten unkommentiert, mit Live-Kommentaren, mit Interviews, Gebärdensprache und auf Englisch; geplant sind 4.800 Minuten Live-Programm und über 300 Social-Media-Beiträge. Eine maßgeschneiderte digitale Infrastruktur sorgt für Delegierte, Gäste und Medien: über 50 große Koffer mit Ausrüstung, Newsroom und Live-Studio von rund 80 qm, zwei Trailer liefern ca. 45 Tonnen Material, 3 km Kupfer- und 3 km Glasfaserkabel, 30 Personen Videocrew, fünf Kameras, 16 Millionen LED-Pixel, 1.100 kW Strom und 80 Stromverteiler.
Die Logistik des Stuttgarter Parteitags zeigt eine hochprofessionelle, kostenintensive Organisation, die Delegierte, Gäste und Medien in einer eigenständigen Infrastruktur bündelt und mit vier Livestream‑Formaten sowie CDU.TV eine umfassende öffentliche Kommunikation ermöglicht. Aus liberaler Sicht stärkt das Informationsfreiheit und Debattenkultur, solange der Staat sich auf das Nötigste beschränkt und private Akteure sowie Parteien Ressourcen effizient einsetzen dürfen, damit Bürgerinnen und Bürger Zugang zu Informationen und eine freie Meinungsbildung erhalten. Zugleich birgt die starke Delegiertenstruktur und die umfangreiche Medienproduktion das Risiko von Gatekeeping und einer Verengung der Debatte auf Parteiperspektiven; hier brauchen wir mehr offene Partizipation, niedrigere Barrieren für Mitwirkung und unabhängige, ausgewogene Informationskanäle. Der gigantische Energie- und Infrastrukturaufwand fordert ökologische und wirtschaftliche Prüfung: Hybridformate, energiesparendere Technik und transparente Angaben zu Finanzierung und Sponsoring, damit Kosten und Nutzen in einem vertretbaren Verhältnis stehen. Staatliche Eingriffe müssen auf echte Notwendigkeit beschränkt bleiben, etwa beim Datenschutz, fairen Medienzugängen und Umweltaspekten; alles Andere gehört in den Bereich freier, kompakter Bürgerbeteiligung, die möglichst vielen Menschen Freiheit gibt zu verfolgen, zu prüfen und politische Impulse selbst zu setzen.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.cdu.de/aktuelles/parteitag/schon-gewusst-zdf-zum-cdu-parteitag/