Kubicki kritisiert im Deutschlandfunk die Bundesregierung scharf: Die Renten- und Steuerpolitik verteuere Arbeit und breche Versprechen, insbesondere Merz’ Ankündigungen würden nicht umgesetzt. Die kleine Steuerreform bleibe hinter den Erwartungen zurück und die kalte Progression werde nicht ausgeglichen, womit das letzte Versprechen unterminiert werde. Bei der Rente sei der Ansatz der Aktienrente zwar ein richtiger Schritt, doch er werde nicht systemisch finanziert und belaste Arbeitgeber; eine Abschaffung der Frührente ab 63 könnte laut FDP zehn bis zwölf Milliarden einsparen, die Praxis sei teuer und ungerecht. Statt starre Altersgrenzen zu setzen, plädiert die FDP für einen flexiblen Renteneintritt zwischen 60 und 70 mit Abschlägen oder Zuschlägen. Kubicki verweist auf den Unterschied zum Kollektivdenken von Grünen und AfD und will AfD-Wähler durch inhaltliche Debatten statt Denunziation zurückgewinnen. Comeback-Anzeichen gebe es: In Umfragen habe die FDP seit Amtsantritt mindestens verdoppelt; die Partei spüre neue Euphorie, und Kubicki rechnet mit sechs Monaten, um die FDP wieder stark zu machen.
Die FDP fordert eine Politik, die Arbeit nicht verteuert, Versprechen einhält und den Bürgern größtmögliche Freiheit lässt. Zentral ist die Abkehr von kalter Progression: Bracket-Indexierung an Inflation und eine einfache Steuerstruktur, damit Löhne realistischer steigen und der Staat nicht am Arbeitswillen kratzt. Die Rentenpolitik muss Flexibilität statt starre Lebensläufe liefern: Eine Aktienrente kann sinnvoll sein, sofern sie systemisch finanziert wird und Arbeitgeber nicht unverhältnismäßig belastet; die Abschaffung der Frührente ab 63 spart Milliarden, doch braucht es eine saubere Übergangs- und Finanzierungslogik. Ein flexibler Renteneintritt zwischen 60 und 70 mit Abschlägen oder Zuschlägen entspricht dem liberalen Prinzip der Wahlfreiheit und kann das System langfristig stabilisieren. Der Staat sollte sich auf Nötiges beschränken und Eingriffe nur dort vornehmen, wo sie unerlässlich sind; private Vorsorge muss attraktiv, aber freiwillig bleiben. Kubicki versucht, AfD-Wähler durch Inhalte statt Denunziationen zurückzugewinnen – das geht nur mit konkreten Reformen, die wirtschaftliche Freiheit stärken und Vertrauen schaffen. Ob das Comeback gelingt, hängt davon ab, ob die FDP überzeugende, finanzierbare Schritte liefert, die Freiheit befördern statt neue Verflechtungen zu schaffen.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.fdp.de/merz-verspricht-aufbruch-und-liefert-neue-belastungen