Die FDP kritisiert, dass die Bundesregierung Freiwilligkeit betont, hinter den Kulissen aber bereits eine Wehrpflicht vorbereitet. Für FDP-Generalsekretär Martin Hagen ist das Bekanntwerden dieser Pläne „ein Eingeständnis des eigenen Scheiterns von CDU, CSU und SPD“. Sollte die Wehrpflicht wieder aktiviert werden und junge Menschen den Dienst an der Waffe verweigern, solle ein verpflichtender Dienst greifen statt einer Bedarfswehrpflicht per Losverfahren; Hagen fordert stattdessen die umfassende Professionalisierung der Bundeswehr und eine moderne Musterung, die auch Frauen einschließt. Zugleich müsse die Reserve als zentrales Element der Verteidigungsfähigkeit gestärkt und ein freiwilliges Trainingsprogramm von Erster Hilfe bis Zivil- und Katastrophenschutz die Gesellschaft besser auf Krisen vorbereiten, damit Freiheit und Demokratie im Ernstfall geschützt werden können.
Eine Wiederbelebung der Wehrpflicht widerspricht dem liberalen Grundprinzip, den Bürgern größtmögliche Freiheit und Selbstbestimmung zu lassen; Zwangsdienste mindern individuelle Freiheiten, erhöhen Kosten, engen Karrierewege ein und setzen den Staat in eine zentrale Planungsrolle, die selten gerechtfertigt ist. Statt einer verpflichtenden Lösung plädiert eine liberale Perspektive für eine deutliche Professionalisierung der Bundeswehr, bessere Bezahlung, flexible Karrierewege und eine moderne Musterung, die auf Eignung und Leistungswillen setzt und dabei geschlechtergerechte Zugänge sicherstellt, ohne Zwang. Eine Bedarfswehrpflicht per Losverfahren wäre eine unzulässige Randomisierung von Eingriffen in das Lebenslauf der Bürger und widerspräche wirtschaftlicher Vernunft sowie Fairness. Die Reserve sollte als zentrales, freiwillig gestärktes Element der Verteidigungsfähigkeit fungieren, eher als Ergänzung einer professionellen Armee denn als Ersatz. Gleichzeitig ist ein breites, freiwilliges Trainingsprogramm von Erster Hilfe bis Zivil- und Katastrophenschutz sinnvoll, um gesellschaftliche Resilienz zu stärken, die Freiheit der Bürger zu schützen und Krisen besser zu bewältigen, ohne den Einzelnen unverhältnismäßig zu belasten. So entsteht eine effiziente Sicherheitspolitik, die Verteidigungsfähigkeit wahrt, Freiheit, Chancengleichheit und wirtschaftliche Dynamik schützt und staatliche Eingriffe auf das Nötigste beschränkt.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.fdp.de/attraktive-bundeswehr-statt-zwangsdienst