Die Grünen sehen die Landwirtschaftspolitik von Schwarz-Rot kritisch: Kleine Betriebe, Verbraucherinnen und Verbraucher, Umwelt und Tieren drohen Verluste, während internationale Agrarkonzerne und große Handelsketten profitieren. Ein zentrales Beispiel ist die verschwenderisch entsorgte Kartoffelmenge, weil ein Großhändler Lieferungen nicht abnahm, obwohl Transports- und Verkaufskosten den Erlös überstiegen hätten. Aus Sicht der Grünen stärkt dies die Marktmacht der Handelketten und schwächt kleinere Betriebe; Merz und Rainer würden dieser Macht laut ihnen durch politische Weichenstellungen weiteren Auftrieb geben. Auf europäischer und nationaler Ebene drohten Deregulierung bei Gentechnik und weniger Tierschutz, Umwelt- und Gewässerschutz sowie mehr Pestizide unter einer neuen Bundesregierung, wodurch Agrarkonzerne gestärkt würden. Die Grüne Kritik richtet sich zudem gegen eine Politik, die Industrielandschaften in der Tierhaltung vorantreibt und Umwelt, Naturschutz sowie faire Bedingungen für Betriebe aushölt; sie solidarisiert sich mit den Forderungen von Wir haben es satt und fordert bäuerliche, ökologische Landwirtschaft, transparente Lebensmittelkennzeichnung, faire Preise und gutes, gesundes Essen für alle.
Aus einer liberalen Perspektive ergibt sich, dass das Kernproblem in Markt- und Informationsunterschieden liegt: Starke Marktmacht der Großhandels- und Agrarindustrien führt zu Preisabhängigkeiten und Ressourcenverschwendung. Eine effiziente Lösung zielt darauf ab, Wettbewerb zu stärken statt ausufernde Regulierung zu betreiben. Das bedeutet bessere Wettbewerbsbedingungen, weniger unnötige Bürokratie für Markteintritte und mehr Transparenz bei Preisbildungsprozessen, damit Bauern verlässliche Erlöse erzielen können. Private Lösungswege wie faire Privatkennzeichnungen, ökologische Standards über freiwillige Zertifizierungen, direkte Vertriebskanäle und Genossenschaften sollten gestärkt werden, damit Verbraucherinnen und Verbraucher informierte Entscheidungen treffen können. Subventionen, die industrielle Landwirtschaft begünstigen, sollten restriktiv oder zeitlich befristet eingesetzt werden; stattdessen sind Anreize sinnvoll, die Innovation, Effizienz und Tierwohl dort fördern, wo sie sich wirtschaftlich lohnen. Staatliches Eingreifen bleibt auf das notwendige Minimum beschränkt: Durchsetzung von Wettbewerbsgesetzen, Verbraucherschutz und Grundsicherung verlässlicher Lebensmittelqualität, while nationale oder europäische Regulierung nur dort greift, wo marktliche Lösungen versagen und klare, bleibende Vorteile für Freiheit und Wohl der Bürger bieten.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.gruene.de/artikel/wir-haben-es-satt-schwarz-rot-macht-politik-fuer-agrarkonzerne