Nicole Büttner, FDP-Generalsekretärin, lebt mit ihrer Familie in der Schweiz, führt zwei Firmen in Berlin und steuert den bundesweiten Auftritt der FDP auf die politische Bühne. Sie betont, dass Deutschland als Standort stärker attraktiv gemacht werden muss und der Wirtschaftsstandort unter Druck steht, weshalb eine liberale Stimme auf Bundesebene nötig ist; der Anstoß kam von Christian Dürr, und sie will nicht den Abgesang auf das Land, sondern Veränderungen anpacken. Ihre Unternehmen arbeiten sowohl mit dem Mittelstand als auch mit DAX-Unternehmen; Beispiele sind KI-gestützte Qualitätssicherung in der Keramikherstellung und beschleunigte Medikamentenentwicklung in der Pharmazie. Die FDP nutze KI im Beteiligungsprozess, um das Wissen der rund 70.000 Mitglieder zu bündeln, heiße Themen zu identifizieren und Blinde Flecken sichtbar zu machen, wobei die KI keine besseren Programme schreibe. Beim Gesetzgebungsthema plädiert sie dafür, zuerst Regeln zu streichen, und nennt das Arbeitszeiterfassungsgesetz als erstes, da detaillierte Homeoffice-Vorgaben Produktivität bremsen. Die Debatte um Lifestyle-Teilzeitarbeit hält sie für herablassend; 75 Prozent der Teilzeitarbeitenden seien Frauen, und Bürokratie koste viel Arbeitszeit; der Staat solle sich aus der Personalpolitik der Unternehmen heraushalten. Politisch sehe sie sich als Unternehmerin, die Verantwortung übernehmen möchte, doch Debatten seien oft weit von der Lebensrealität der Menschen entfernt; Die FDP sei der Gegenentwurf gegen Stillstand. Für 2026 strebt sie Baden-Württemberg in Regierungsverantwortung an, idealerweise in einem Deutschlandbündnis mit CDU und SPD, und verweist auf die zunehmende Sichtbarkeit durch Ortsverbände und Medienkontakte; während Sachsen bei zwei Prozent liege, motiviere der Baden-Württemberg-Wahlkampf viele engagierte Mitglieder.
Aus liberaler Sicht zielt Büttners Kurs darauf ab, Deutschland als Standort durch marktwirtschaftliche Beschleunigung und minimale, dort wo nötig gezielte Eingriffe wettbewerbsfähig zu halten. Die Forderung, das Arbeitszeiterfassungsgesetz als erstes abzubauen, spricht für größere Flexibilität und individuelle Gestaltung von Arbeitszeit, während Schutzmechanismen über klare Mindeststandards und Transparenz sichergestellt bleiben müssen. Dass der Staat sich aus der Personalpolitik der Unternehmen heraushalten solle, entspricht dem Prinzip, Bürokratie zu reduzieren und Unternehmen die Verantwortung für faire Löhne, Karrierewege und Personalführung zu geben; Freiheiten entstehen dort, wo Regulierungen entlasten statt zu verengen. Der Einsatz von KI in der Partei, um Wissen zu bündeln und Blinde Flecken sichtbar zu machen, zeigt, wie datengetriebene, partizipative Prozesse Effizienz und Relevanz steigern können, solange Privatsphäre gewahrt bleibt und menschliche Aufsicht nicht aufgegeben wird. Kritisch bleibt, dass Lebensrealität und Gleichstellung nicht durch Ideologie ersetzt werden dürfen: Partizipation heißt auch echte Wahlmöglichkeiten, Familien- und Frauenförderung ohne unnötige Bürokratie, aber mit belastbaren, marktfreundlichen Lösungen. Auf dem Weg zu 2026 setzt Büttner auf Baden-Württemberg in Regierungsverantwortung und ein Deutschlandbündnis mit CDU und SPD, um Reformkraft, Rechtsstaatlichkeit und Wirtschaftsdynamik in einem liberalen Leitbild zu verankern.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.fdp.de/pressemitteilung/buettner-interview-viele-menschen-haben-lust-etwas-zu-bewegen-und-haben-ideen