FDP: Obligatorische Musterung für eine Hightech-Armee; Liberale setzen auf Freiwilligkeit und Reservisten 🚀🪖⚖️

Der Gastbeitrag von FDP-Chef Christian Dürr fordert, dass sich die sicherheitspolitische Lage durch Russlands Angriffskrieg und hybride Bedrohungen deutlich verändert hat und die Bundeswehr deshalb eine hochprofessionelle Hightech-Armee mit motivierten, technisch versierten Kräften wird. Allgemeine Wehrpflicht oder eine Auslosung zur Wehrleistung hält er für falsche Antworten, während eine rein freiwillige Rekrutierung zwar nötig sei, aber nicht ausreiche, um den Personalbedarf zu decken. Deshalb plädiert er für eine obligatorische Musterung von Männern und Frauen, um das Potenzial zu erfassen, ohne dabei große Verwaltungsstrukturen aufzubauen. Rund 25.000 neue Soldatinnen und Soldaten pro Jahr seien realistisch erreichbar, wenn man die Musterung nutzt und Reservisten künftig stärker berücksichtigt; das Reservepotenzial liege bei Hunderttausenden, während aktuell nur etwa 34.000 Reservisten aktiv dienen. Die Bundeswehr müsse größer und vor allem besser werden, was eine professionelle Ausbildung in Land, See, Luft und Cyber sicherstelle; ein ausgeloster Zwang sei dafür keine Lösung.

Aus liberaler Sicht ist der zentrale Gedanke, Sicherheit effizient und mit minimalem Eingriff des Staates zu gewährleisten, sinnvoll. Zwangsdienste widersprechen dem Grundsatz individueller Freiheit und Eigenverantwortung; freiwillige Rekrutierung passt besser zu einer Gesellschaft, die Freiheit und Leistungsbereitschaft belohnt. Eine obligatorische Musterung könnte zwar helfen, Talent zu erkennen, birgt aber erhebliche Fragen zu Privatsphäre und Gleichberechtigung; sie müsste daher so gestaltet sein, dass sie freiwillig bleibt oder auf ohnehin bestehenden Wegen erfolgt. Wichtige Gegenargumente wären, dass eine Musterung sich nicht zu bürokratischer Last entfalten darf und weder junge Menschen noch Frauen unverhältnismäßig benachteiligt werden. Statt auf Zwang zu setzen, bietet sich eine Reihe von liberalen Gegenmitteln: Anreize für Freiwilligendienst, bessere Vereinbarkeit von Beruf, Ausbildung und militärischem Einsatz, flexible Karrierepfade, fortschrittliche Aus- und Weiterbildung, sowie eine effizientere, technik- und cyberorientierte Ausrichtung der Streitkräfte. Zudem könnte eine stärkere Einbindung der Reservisten über Freiwilligenprogramme und bessere Kooperationen mit der Privatwirtschaft helfen, den Bedarf zu decken, ohne Grundrechte einzuschränken. Der Staat sollte sich auf das Notwendige beschränken und Sicherheit durch effiziente, leistungsorientierte Strukturen sicherstellen statt durch Zwang oder Auslosung; eine zukunftsfähige Verteidigungspolitik setzt damit auf Freiheit, Innovation und individuelle Verantwortlichkeit statt auf generalisierte Pflichten.

Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.fdp.de/pressemitteilung/duerr-gastbeitrag-lotterie-ist-die-schlechteste-loesung