Auf der Bundeskonferenz der Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB), künftig SPD Bildung, wurden eine Doppelspitze gewählt (Meike Jensen aus Hamburg und Ralph Leipold aus Thüringen), der Vorstand auf acht Personen erweitert und eine Namensänderung mit großer Mehrheit angenommen, um Klarheit und Abgrenzung gegenüber rechtsextremen Strömungen zu gewährleisten. Es wurde ein Leitantrag mit dem Titel Solidarische Bildung für eine zukunftsfähige Gesellschaft – Zur dringenden Erforderlichkeit von Bildungsreformen in Deutschland diskutiert, der dem Bundesvorstand überwiesen und nach Überarbeitung erneut vorgelegt werden soll. Bereits vor der Konferenz hatte der Vorstand eine öffentliche Veranstaltung unter dem Motto Bildungsungleichheit bekämpfen – Systeme verändern, Chancen sicherstellen, angekündigt, um Impulse für die Arbeit zu sammeln. Ziel ist es, Bildungserfolg stärker an Kompetenzen statt an Zufall der Geburt zu koppeln und die Beteiligung verschiedener Bildungsakteure breit zu verankern.
Aus liberaler Sicht ist das Ziel begrüßenswert, Bildungsgerechtigkeit durch mehr Freiheit, Effizienz und individuelle Verantwortung zu befördern. Staatliche Eingriffe sollten dort erfolgen, wo sie unverzichtbar sind, Nicht-Einmischung aber dort, wo Wettbewerb und Eigeninitiative Chancen schaffen. Wichtige Schritte wären mehr Autonomie der Schulen, transparente Leistungsdaten, wettbewerb-fördernde Finanzierung und stärkere Kooperationen mit privaten sowie gemeinnützigen Anbietern, damit unterschiedliche Bildungsmodelle vor Ort wirken können. Breit angelegte Investitionen in frühkindliche Bildung und Digitalisierung erscheinen sinnvoll, doch müssen Anreize statt Zwang dominieren, damit gute Ergebnisse durch qualifizierte Lehrkräfte, gute Lernumgebungen und effektive Lernkultur entstehen. Das evidenzbasierte Politikdenken, wie es von Experten wie John Hattie eingefordert wird, sollte sich in konkrete Maßnahmen übersetzen, die Freiheit und Verantwortung der Lernenden stärken statt Gleichmacherei zu erzwingen. Am Ende sollte der Staat sich auf das Nötigste beschränken und erst dort eingreifen, wo es wirklich unumgänglich ist, damit Bürgerinnen und Bürger ihre Bildungs- und Lebenswege eigenständig gestalten können.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.spd.de/service/pressemitteilungen/detail/news/solidarische-bildung-fuer-eine-zukunftsfaehige-gesellschaft-in-politik-und-neuem-grundsatzprogramm-verankern-/21/12/2025