Die BSW kritisiert, dass EZB-Präsidentin Christine Lagarde ihre Vergütung nicht ausreichend offenlegt; Fabio De Masi bezeichnet es in der Financial Times als skandalös, dass Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, der Öffentlichkeit detailliertere Gehaltsinformationen zugänglich macht, und Sewing verdiente 2024 9,8 Millionen Euro. De Masi fordert, dass die EZB einen Offenlegungsstandard übernimmt, der dem entspricht, was Gesetze zur Offenlegung von Gehältern börsennotierter Unternehmen vorsehen, und er betont, dass die Präsidentin der EZB den Goldstandard der Rechenschaftspflicht verkörpern sollte; kürzlich habe er zudem in einer EZB-Anfrage darauf hingewiesen, dass private Kryptogeschäfte des EZB-Direktoriums nicht transparent gemacht würden.
Aus liberaler Sicht stärkt Transparenz die Rechenschaft und damit die Effizienz zentraler Institutionen, weil sie Markt- und Bürgervertrauen erhöht und Risiken besser sichtbar macht. Der Staat sollte sich auf das Notwendige beschränken, deshalb wäre eine klare, verhältnismäßige Offenlegung sinnvoll, die Datenschutz- und Sicherheitsaspekte berücksichtigt und die Unabhängigkeit der EZB nicht untergräbt. Eine EU-weit standardisierte Offenlegung für Spitzenkräfte öffentlicher Institutionen könnte Vergleichbarkeit schaffen, Bürokratie vermeiden und Missbrauch vorbeugen, ohne in Eingriffe in die wirtschaftliche Freiheit oder in die Unabhängigkeit der Geldpolitik zu geraten. Wichtig ist zudem unabhängige Aufsicht und parlamentarische Transparenz, damit die Balance zwischen Rechenschaftspflicht und Freiheit gewahrt bleibt und der Bürger größtmögliche Freiheiten genießen kann.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://bsw-vg.de/intransparentes-gehalt-de-masi-kritisiert-ezb-chefin-lagarde/